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Ich hasse Camping 2

Camping-Erlebnisse eines manchmal zum campen Gezwungenen.

Ein neuer Erfahrungsbericht eines Einmal-Campingplatzes (da gehe ich nur einmal hin).
Auf dem letzten Camping im Obergoms vor dem Nufenen, verbrachte ich eine einzige Nacht.
Als ich in der Reception stand, war niemand zu sehen. Nach zweimaligen Läuten kam immer noch niemand. Ein Passant sagte zu mir, die «Chefin» sei 
irgendwo auf dem Platz. Später stellte ich fest, dass die Frau tatsächlich viel auf ihrem Platz unterwegs ist. Nur war mir nie ein plausibler Grund dafür ersichtlich!
Beim Anmelden bezahlte ich den Betrag und legte gleich noch einen Franken dazu, für zwei Dusch-50er. In diesem Moment drängte sich eine Passantin dazwischen, welche ihre Eiscreme bezahlen wollte. Ich sah wie die Frau Rückgeld erhielt, danach etwas blabla schwaffelte und dann nochmals zwei 50er von der Chefin zugeschoben erhielt,  diese einsackte und wieder verschwand. Später wurde mir klar, dass dies wohl meine beiden 50er waren!
Nach Erhalt des Beleges wartete ich nun also vergeblich auf meine zwei 50er und sagte dann etwas. Die hätte sie mir schon gegeben, meinte die Frau! Ich könne ja in meinem Geldbeutel nachsehen, ob da zwei 50er sind. Ich hatte viel Kleingeld im Geldbeutel und fand leider tatsächlich zwei 50er, was aber purer Zufall war. Naja, was soll's? Abschreiben und vergessen. Multitaskfähig war die Frau sicher nicht. Geld entgegennehmen, meinen Beleg schreiben und ausdrucken, eine vordrängelnde Frau bedienen und sich von dieser noch beschwaffeln lassen, dieser ihr Rückgeld herausgeben und die zwei 50er dem Richtigen aushändigen, dies alles miteinander war etwas zuviel für sie! 

Später bereitete ich mich schon zum Duschen vor, als die Frau plötzlich hinter meinen Ein-Mann-Camper trat. Sie habe vergessen mir den (bezahlten) Müllsack zu geben. Normalerweise kaufe ich aber nur einen solchen, wenn mein Abfallvolumen gross genug ist. Den überreichten Sack kann ich ja nur in dieser Region benutzen. Am nächsten Tag verliess ich aber das Goms. Die Alte blieb stur und sagte mir noch, wenn ich den Sack nicht brauche, könne ich diesen natürlich auch leer bei ihr abgeben. Die meinte das tatsächlich so, also ohne Rückerstattung des dafür bezahlten Betrages. Damit sie ihn gleich nochmals verkaufen kann. Eine Frechheit ohnegleichen! Ausserdem verrechnete sie für den 17l-Sack glatte drei Franken, was nicht dem regulären Preis entsprach.
Nun ging es endlich zum Duschen, nach einer sehr anstrengenden Wanderung an diesem Tag.



Die Duschen schienen mir das Modernste zu sein in dem kleinen Sanitär-Gebäude. Schiebetüren aus Leichtmetall, einmal geschlossen fällt kein Licht mehr in den Duschraum. Wo ist der Lichtschalter?
Der Duschraum ist gross, aber nur ein einziger Kleiderhaken. Keine Ablage, kein Spritzschutz dazwischen, also besser keine Klamotten mitnehmen.
Ein 50er reicht gerade einmal für zwei Minuten Wasser. Bis heisses Wasser kam und die gewünschte Temperatur eingestellt war, verstrich schon mal eine Minute - schäbig!



Ein Blick in das Sanitär-Gebäude: Chromstahl-Kuhtränke ähhh Waschtrog mit kaltem Wasser nur. Der Seifenspender war leer, die Handseife abgelutscht! Die Kacheln wohl ein Alptraum aus den 70er-Jahren, schrecklich! Die Urinale sah etwas mitgenommen aus, den Rest habe ich gar nicht mehr angeschaut. Überall hängen handgeschriebene Fress-Zettel: Bitte Licht löschen - Bitte Spülen! Raus hier, ich kriege Zustände!



Das Kochgeschirr kann man draussen, an einem «Einbaum»-Waschtrog mit kaltem Wasser waschen. Auch nicht so der Hit!




Neben dem Camping befindet sich der - haha - «Sepp Blatter Fussballplatz». Es fand soeben ein Fussball-Training statt. Das monotone und immer wiederkehrende Geschrei der Spieler ging mir auf den Senkel. Was für ein Deppen-Sport - nur herum schreien!

Nun vermisste ich noch eine Regengeschützte Wäscheleine, um meine feuchten Klamotten zu trocknen. Es begann nämlich schon zu regnen. Natürlich sind solche anspruchsvollen und aufwändigen Sonderwünsche auf diesem Camping nicht realisierbar. Dafür steht der Ex-Armee-Haflinger der Betreiber im Trockenen, unter einem niedlichen Partyzelt mit Schweizer Kreuzen!



Nach einem kurzen Ausgang in jenem Kaff, passierte ich das kleine (Wärter?)- Häuschen der Besitzer, welche selber auf dem vorliegenden, mit Schweizer Fähnchen geschmückten Sitzplatz, sassen. Gute Nacht, rief ich! Der Mann erwiderte meinen Gruss, die Frau blieb stumm. Vermutlich dachte sie noch an die zwei 50er, welche ich wirklich nicht erhalten hatte!
Als ich schon lange flach lag und meinen wohlverdienten Schlaf suchte, wurde ich durch herum fuchtelnde Lichtkegel einer Taschenlampe geweckt. Was war nun schon wieder, hat man denn hier nie Ruhe?
Das Betreiber-Ehepaar machte wohl die letzte Wachrunde und leuchtete mit Taschen-Funzeln umher. Mein Gott, wo sind wir hier? In der Bronx, oder was?

Am nächsten Morgen entsorgte ich noch eine PET-Flasche im Sammelbehälter, bevor ich weiter fuhr. Die zufällig anwesenden Chefin lächelte. Das erste Lachen von dieser Frau, welches ich erblickte!


Fazit (wie erlebt!): Unfreundlicher Empfang, minimaler Komfort, alte und unpraktische Einrichtung.

Tipp: Drei Ortschaften westlicher liegt ein Camping mit ähnlichem Komfort, aber schönerem Gelände direkt am Bach, zudem wesentlich günstiger (zumindest in meinem Fall).

Nachtrag: Für einen 17l-Müllsack drei Franken kassieren, das wollte ich genauer abklären. Natürlich kostet der Sack offiziell niemals drei Franken. Die Betreiber verrechnen drei Franken separat, für Recycling, Müllsack und Abwasser. So ihre Argumentation.
Erstens hatte ich so was noch nirgends erlebt, man zahlt ja normal pro Person und dann gehört dies alles dazu, ausser der Müllsack. Oder hat schon jemand eine Hotel-Rechnung bekommen, wo Abwasser und Recycling-Zuschlag darauf war?
Zweitens zahlen so Kurz-Aufenthalter gleich viel wie Langzeit-Aufenthalter! Sehr gerechte Verteilung!

Drittens werden die Recycling-Tonnen von der Gemeinde gestellt und geleert, wie in jeder Gemeinde. Extra-Kosten entstehen den Betreibern daher nicht. 

  

Ich hasse Camping 1

Camping-Erlebnisse eines manchmal zum campen Gezwungenen.
Wer in der Schweiz auf günstige und einfache Art unterwegs sein will, landet oft auf einem Camping. Mittlerweile kenne ich einige davon, obwohl ich kein ausgesprochener Camper bin. In der Hochsaison auf einem überfüllten Platz, wäre nicht mein Ding! 

Erstaunlich, dass den meisten Schweizer Campingplätzen fehlt, was man in einem der reichsten Länder der Welt eigentlich erwarten würde, so meine Meinung! Im Ausland sah ich bedeutend schönere Plätze, welche erst noch günstiger waren.
Schweizer Campingplätze sehen meistens so nach einem Dauer-Provisorium aus. Mal wurde hier noch was hingepfuscht, mal an einem anderen Ort. Die Planer und Erbauer wohl irgendwelche Amateur-Heimwerker.
Jede Pfadfinder-Truppe oder ganz sicher die Armee, würde ein besseres Camp erstellen. 
Ein gewisser Standard sollte eigentlich Vorschrift sein, damit man hunderte Personen auf einem simplen Wiesen-Gelände unterbringen darf? Da steht jedoch haufenweise Murks herum!So sind bsw. die Sanitäranlagen in provisorisch aussehenden Häuschen untergebracht, die Duschkabinen eng und ohne Kleiderablagen, die Armaturen von billigster Qualität, der Duschkopf verkalkt und die richtige Temperatur lässt sich kaum einstellen. Zum Duschen muss man zudem extra Geld einwerfen. Warmwasser an den Lavabos sucht man oft vergebens. Hat es welches, wird auf grossen Schildern genau vorgeschrieben, wie und für was es verwendet werden darf. Seifenspender oder Handtrockner kann man vergessen? Die Betreiber sparen, wo sie können.
Für den Müll ist jedoch fast immer ein offizieller Müllsack zu erwerben, auch wenn man kaum welchen produziert. Wird die Tüte nicht voll, verschenkt man Gebühren. Die Müllabfuhr verdient so an jedem nicht vollgestopften Sack gleich mehrfach, was eigentlich nicht in Ordnung sein darf!
WiFi sollte heutzutage eigentlich überall zur Verfügung stehen. Wird es angeboten, dann nur kostenpflichtig.
Geboten wird also oft nicht einmal das Nötigste! Dagegen findet man in jedem Restaurant Seifenspender, Handtücher und dreilagiges Toilettenpapier vor. Notabene gratis, als Service für den Gast. Wieso also nicht gleiches auf dem Camping? Ist man da nicht Gast?


Einmal landete ich auf dem Camping der Göschener Alp. Hier also mein erster Bericht dieser Art. Lage und Umgebung sind zwar recht idyllisch, aber: Strom und elektrisches Licht ist nicht vorhanden, nur eiskaltes Wasser.
Es gibt lediglich einen kleinen Blech-Container (eher Kiste) mit Toilette und Lavabo. Natürlich gibt es auch hier kein Licht! Nachts braucht man also die Taschenlampe.
Duschen gibt es auf dem Platz keine! Man könne allenfalls in einem benachbarten Restaurant duschen, so der Hinweis. Das betreffende Restaurant müsste wohl im benachbarten Weiler gesucht werden? Die Angabe vom Betreiber es seien 400m bis dort hin, stimmt übrigens nicht. Laut Swissmap sind es fast 800m und fünfzehn Minuten zu Fuss, der Fahrstrasse entlang bergauf! Vielleicht besser die Wanderschuhe anziehen, anstatt die Badeschlarpen. Dann vermutlich noch in der Wirtsstube anstehen und anmelden? Irgendwie blödsinnig, so etwas!

Auf der Wiese jenseits des Baches, stehen die Zelte. Man gelangt aber nur zu Fuss, über einen schmalen Steg hinüber.
Rauch von diversen Feuerchen breitet sich über dem Platz aus. Wer sich dort aufhält, stinkt gleich wie ein Räucherstäbchen.
Ich bevorzuge eigentlich klare, frische Bergluft ohne Russ-Geschmack und Feinstaub. Leider lieben es vor allem die Touristen, solche Feinstaub-Schleudern zu entfachen. Was für eine romantische Lagerfeuer-Idylle! 



Zeltgelände ist jenseits eines Baches
Ein kleiner Streifen für Fahrzeuge links, die Matte rechts gehört nicht zum Camping
Ein schmaler Rasenstreifen dient Klein-Bussen, Wohnmobilen, Autos als Stellfläche.
Die Betreiber spannen tatsächlich jedes mal ein Zaun-Band vorne durch, über welches man nun ständig rüber steigen muss! Einen praktischen Sinn darin war mir nicht ersichtlich.
Auf dem Gelände befinden sich einige Dauermieter mit Wohnwagen, welche teilweise chaotisch mit allerlei Provisorien verbaut sind. Sieht irgendwie schon etwas illegal aus, wie sich die dort breit machen.

Naja, einige mögen es romantisch finden. Dieser «Gebirgs-Camping» ist zwar etwas günstiger, aber man kriegt auch praktisch nix für sein Geld! Ohne warme Dusche kann man sich auch am Bach waschen und gratis irgendwo im Biwak-Sack pennen!